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DAS NEUE ELTERNGELDPLUS

FAMILIE UND BERUF IM EINKLANG

Paare und Alleinerziehende, die nach der Geburt eines Kindes schnell wieder eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen, haben künftig Anspruch auf einen längeren Elterngeldbezug. Dies wird durch das neue ElterngeldPlus möglich, das das Bundeskabinett Anfang Juni auf Initiative von Familienministerin Manuela Schwesig auf den Weg gebracht hat. Das Gesetz soll Mitte 2015 in Kraft treten.

Vom Elterngeld zum ElterngeldPlus
Die alte Regelung: Bislang beträgt das Elterngeld 65 bis 100 Prozent des vorherigen Einkommens (höchstens 1.800 Euro monatlich / mindestens 300 Euro). Das Elterngeld wird maximal für 14 Monate nach der Geburt eines Kindes gezahlt. Die Eltern können diese 14 Monate untereinander aufteilen – höchstens 12, mindestens zwei Monate. Erzielen die Eltern Einkünfte aus Teilzeitarbeit, fällt das Elterngeld entsprechend geringer aus. Betreuen die Eltern ihr Kind zusammen und arbeiten in Teilzeit, läuft das Elterngeld nach sieben Monaten aus. Die neue Regelung: Das ElterngeldPlus beträgt ebenso wie das Elterngeld 65 bis 100 Prozent des entfallenen Einkommens. Bei Vollzeitarbeit höchstens 1.800 Euro, bei Teilzeitarbeit höchstens 900 Euro. In diesem Fall wird es aber doppelt so lange – bis zu 28 Monate – ausgezahlt. Es gilt: Ein Elterngeld-Monat sind zwei ElterngeldPlus-Monate. Dadurch erhöht sich die gesamte Zahlung für die Eltern beträchtlich. Für Väter und Mütter, die gemeinsam das Kind betreuen und gleichzeitig in Teilzeit arbeiten, verlängert sich das ElterngeldPlus noch einmal um vier Monate.

Beispielrechnung

  • Bei einem Einkommen von 2.000 Euro/Monat beträgt das Elterngeld 1.300 Euro (65%) Für den gesamten Zeitraum (12 Monate) werden 15.600 Euro gezahlt.
  • Kommt ein Teilzeitverdienst von 900 Euro/Monat dazu, verringert sich der anzurech- nende Verdienst auf 1.100 Euro. Entsprechend beträgt das Elterngeld 715 Euro (65%). Für 12 Monate werden 8.580 Euro gezahlt – 7.020 Euro weniger.
  • Mit dem neuen ElterngeldPlus, das länger gezahlt wird, erreichen die Eltern bei gleicher Ausgangssituation wieder die Fördersumme von 15.600 Euro.

Familienministerin Manuela Schwesig: „Wir setzen mit dem Elterngeld plus auf einen gesellschaftlichen Trend. Viele Mütter möchten früher wieder in den Beruf einsteigen – viele Väter möchten sich gern mehr um ihre Kinder kümmern.“